Sonntag, 31. Oktober 2010

Stille aushalten

Können wir das eigentlich noch?
Stille aushalten?
Wirkt sie nicht für manch' einen
erdrückend, leblos?
Ich kann sie sehr gut aushalten.
Manchmal brauche ich sie -
die Orte der Ruhe, der inneren Einkehr.
Und dann mach' ich mich auf den Weg,
um im Unterwegssein
zu mir selbst zu finden,
bei mir selbst anzukommen.
Und in solchen Momenten trägt es mich
zu Orten meiner Kindheit,
insbesondere zu diesem wunderbaren
Fleckchen Erde - dem Antoniterkloster Tempzin.
Im Jahre 1222 erbaut, ist es nun seit
Jahrhunderten und auch heute noch
Pilgerstätte - ein riesiges Kloster -
nicht umgeben von städtischem Lärm,
sondern eingebettet in die wunderbare
hügelige Seenlandschaft Mecklenburgs.
Ein Ort der Einkehr, der Wiederkehr,
der Rück-Sicht und Zuversicht.

Habt Ihr auch Orte,
zu denen es Euch magisch zieht?

Sonntag, 24. Oktober 2010

Gezuckerte Henne ...

Als wolle sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen,
so tritt sie hervor aus dem dämmernden Morgen.
Ohne
die jungfräuliche Morgenröte.
Sie ist sofort in hellstem Scheinen präsent.
Empört es etwa die Sonne,
dass Väterchen Frost mit ein wenig Reif gespielt hat?
Wie mit Puderzucker bestäubt,
sind Gräser, Blätter und...
... ja, auch meine Fette Henne.
Jede Blütenknospe hat einige
der wundersamen Kristalle als Krönchen
aufgesetzt bekommen.
Doch noch ist SIE die Herrscherin:
ihre Sonnenstrahlen wandeln
die kleinen Eisnadeln wieder
zu Tautropfen.

Auch das mag ich so sehr am Herbst:
Das Wechselspiel zwischen
dem NichtGehenWollen der Wärme/des Lebens,
und dem Drängen der Kälte/die Mahnung zum Ruhen
der Natur.


Samstag, 16. Oktober 2010

"Schön ist wüst, und wüst ist schön"


Schön ist wüst, und wüst ist schön.
Wirbelt durch Nebel und Wolkenhöhn!
Macbeth, 1. Akt, 1. Szene / Hexen, William Shakespeare

So höre ich sie singen,
die Hexen der Eingangsszene von "Macbeth"
beim Anblick der morgendlichen Nebel über dem See.



Fair is foul, and foul is fair:
Hover through the fog and filthy air.

 

Samstag, 9. Oktober 2010

"... zündet mein Herz seine Himmel an..."


diese Liedtextpassage kam mir sofort in den Sinn,
als ich dieses nur ein paar Minuten andauernde Naturschauspiel
erleben durfte -
der Morgenhimmel hinter unserem Haus.
Und auch wenn der Sonnenaufgang nur kurz andauerte,
der Himmel sich danach wieder eintrübte,
so lebt das Strahlen fort in dieser glühenden Rosenblüte
mit ihrem besonderen Duft des Morgens.
Später kam die Sonne doch noch raus,
war also der Morgenhimmel
die Zündschnur zu einem wunderschönen Tag.

Das Zitat '...zündet mein Herz seine Himmel an ...'
stammt aus einem vertonten Gedicht
der deutschen Dichterin
Else Lasker-Schüler (1869-1945),
gesungen von meiner absoluten Lieblingssängerin Regy Clasen.
Hört doch einfach mal in folgendes youtube-Video rein: