Samstag, 1. Januar 2011

Von Herzen
 freue ich mich auf ein gemeinsames neues Jahr hier
 und wünsche alles Gute!


Der Januar
Erich Kästner

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.

Die Amseln frieren.Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.

Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.

Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
dass sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Krieg?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.

Samstag, 13. November 2010

Licht und Schatten

Die letzten Blätter hängen an den Bäumen,
aber auch sie wird der Herbstwind
mit sich nehmen.

So wie die Bäume kahler werden,
mache ich mich hier auch für eine Weile rar.
Schatten gilt es zu beleuchten;
viele private Probleme haben sich
angestaut.
Umgegraben werden muss im Herbst.

Ihr Lieben macht Euch keine Sorgen,
ich brauche nur ein wenig Zeit für mich.
Bis bald wieder!

Sonntag, 31. Oktober 2010

Stille aushalten

Können wir das eigentlich noch?
Stille aushalten?
Wirkt sie nicht für manch' einen
erdrückend, leblos?
Ich kann sie sehr gut aushalten.
Manchmal brauche ich sie -
die Orte der Ruhe, der inneren Einkehr.
Und dann mach' ich mich auf den Weg,
um im Unterwegssein
zu mir selbst zu finden,
bei mir selbst anzukommen.
Und in solchen Momenten trägt es mich
zu Orten meiner Kindheit,
insbesondere zu diesem wunderbaren
Fleckchen Erde - dem Antoniterkloster Tempzin.
Im Jahre 1222 erbaut, ist es nun seit
Jahrhunderten und auch heute noch
Pilgerstätte - ein riesiges Kloster -
nicht umgeben von städtischem Lärm,
sondern eingebettet in die wunderbare
hügelige Seenlandschaft Mecklenburgs.
Ein Ort der Einkehr, der Wiederkehr,
der Rück-Sicht und Zuversicht.

Habt Ihr auch Orte,
zu denen es Euch magisch zieht?

Sonntag, 24. Oktober 2010

Gezuckerte Henne ...

Als wolle sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen,
so tritt sie hervor aus dem dämmernden Morgen.
Ohne
die jungfräuliche Morgenröte.
Sie ist sofort in hellstem Scheinen präsent.
Empört es etwa die Sonne,
dass Väterchen Frost mit ein wenig Reif gespielt hat?
Wie mit Puderzucker bestäubt,
sind Gräser, Blätter und...
... ja, auch meine Fette Henne.
Jede Blütenknospe hat einige
der wundersamen Kristalle als Krönchen
aufgesetzt bekommen.
Doch noch ist SIE die Herrscherin:
ihre Sonnenstrahlen wandeln
die kleinen Eisnadeln wieder
zu Tautropfen.

Auch das mag ich so sehr am Herbst:
Das Wechselspiel zwischen
dem NichtGehenWollen der Wärme/des Lebens,
und dem Drängen der Kälte/die Mahnung zum Ruhen
der Natur.


Samstag, 16. Oktober 2010

"Schön ist wüst, und wüst ist schön"


Schön ist wüst, und wüst ist schön.
Wirbelt durch Nebel und Wolkenhöhn!
Macbeth, 1. Akt, 1. Szene / Hexen, William Shakespeare

So höre ich sie singen,
die Hexen der Eingangsszene von "Macbeth"
beim Anblick der morgendlichen Nebel über dem See.



Fair is foul, and foul is fair:
Hover through the fog and filthy air.

 

Samstag, 9. Oktober 2010

"... zündet mein Herz seine Himmel an..."


diese Liedtextpassage kam mir sofort in den Sinn,
als ich dieses nur ein paar Minuten andauernde Naturschauspiel
erleben durfte -
der Morgenhimmel hinter unserem Haus.
Und auch wenn der Sonnenaufgang nur kurz andauerte,
der Himmel sich danach wieder eintrübte,
so lebt das Strahlen fort in dieser glühenden Rosenblüte
mit ihrem besonderen Duft des Morgens.
Später kam die Sonne doch noch raus,
war also der Morgenhimmel
die Zündschnur zu einem wunderschönen Tag.

Das Zitat '...zündet mein Herz seine Himmel an ...'
stammt aus einem vertonten Gedicht
der deutschen Dichterin
Else Lasker-Schüler (1869-1945),
gesungen von meiner absoluten Lieblingssängerin Regy Clasen.
Hört doch einfach mal in folgendes youtube-Video rein:


Sonntag, 12. September 2010

Wonnemonat September


Schon von jeher ist der September mein Lieblingsmonat.
Die warmen Farben und der Übergang zwischen
Nochsommer und Schonherbst
haben es mir vermutlich angetan.

Und so konnte es auch gar nicht anders sein,
als dass mein Mann und ich vor drei Jahren
im September heirateten.
In dieser süßen Kapelle - 
abseits und entlegen auf dem Lande. 
Im ländlichen Stil und in den Farben,
die in diesem Monat am schönsten leuchten,
sollte mein Hochzeitskleid sein -
mit bunten Blättern und güldenem Glanz.
Selbst entworfen und selbst genäht im Übrigen -
womit ich mir einen großen Traum erfüllt habe. 
In der Idylle pur haben wir gefeiert.
Umgeben vom Duft
 frischer Wäsche und reifer Birnen. 

Und dieses Foto kennt Ihr ja in ähnlicher Variante -
aus wahrlich "goldener Zeit".

Freitag, 10. September 2010

Floraler Freitag: heute "Das blühende Leben"

Wie freue ich mich, dass mein Schmetterlingsflieder
nach dem harten Winter wieder blüht.
Komplett kahl waren die Äste und nicht
ein einziges Blatt kam im Frühjahr. 
Die Zweige hatten jeden Lebenssaft verloren.
Entfernen wollte ich den Strauch.
Er blieb nur stehen, da eine Schar Spatzen
ihn als Aussichts"Turm" auserwählt hatten
und ihn so regelmäßig mit sich selbst schmückten. 
Und dann fing der Strauch doch noch an zu treiben,
aus der Wurzel heraus bis zur vorherigen Höhe.
Die wohl schönste Sache,
 die einem über denKopf wachsen kann.
Und das Beste - er blüht sogar noch -
als wäre nichts geschehen.
Ihm zu Ehren habe ich heute eine edle Gesellschaft
aus Calla und Rosen ihm zugesellt.
Hübsch Ton in Ton.

Sonntag, 5. September 2010

Katerstimmung die Zweite

Nun lass ich die Katze aus dem Sack:
ist nun der "Kleine Schwarze" fertig.
Ganz friedlich schlummert und lungert
er in unserem Garten.
Noch ...

Denn schon bald geht der Schwarze auf Reisen
zu einer älteren Damen,
deren Katze verstorben ist
und die diese sehr vermisst,
aber keine echte mehr haben möchte.
Bestimmt wird dieser Filzkater
in Echtgröße jede Streicheleinheit
über sich ergehen lassen -
ohne eigener Wege zu gehen -
eben eine ganz treue Seele.

Freitag, 3. September 2010

Floraler Freitag: heute "Heuchera etcetera"

Ich liebe den Herbst mit seinem goldenen Licht,
über silbrigem Morgennebel.
Ich liebe das bunte Laub.
Wie Gnadenbrot gibt die Sonne ihre Farben her.
Strahl um Strahl wird diese letzte Wärme
in die bunten Blattadern gesogen. 
Nur von kurzer Dauer ist dieses Spiel,
bis die Blätter als Schatten ihrer selbst zu Boden tanzen.
Ein längeres Gastspiel gibt die Heuchera
mit ihren fröhlich ocker-bordeaux-farbenen Blättern.
Und bevor ich sie rauspflanze,
darf sie noch in dickem Muranoglas verweilen
mit einer Schar Hagebutten. 
Sehen sie nicht aus wie kleine gekrönte Häupter?