Ich möchte Euch einladen
zu einem Maienwald-Spaziergang.
Wie herrlich es doch ist,
diese Waldesluft tief einzuatmen.
Wir kommen vorbei an
einer Maiglöckenwiese.
Stolz präsentiert ein jede Blumenzwiebel
mit einem Glöckenstab ihren Standort
und ein lautloses Läuten wirkt auf uns ein.
Federnder Waldboden führt uns
auf einen sandigen ausgetretenen Pfad,
der hier zu enden scheint:
Die Natur stellt sich uns in den Weg?
Doch wir sehen Licht am Ende des Tunnels,
müssen uns tief bücken und
"über"winden so das Hindernis.
Noch ein Blick zurück.
Von dieser Seite sieht das "Tor"
noch ein wenig bedrohlicher aus -
wie ein riesiges sich durch die Natur
fressendes Krokodil mit
zackenbesetztem Schädel und
weit geöffnetem Maul.
Um so friedlicher erscheint
uns diese Hahnenfußwiese -
gelbe Köpfchen soweit das Auge reicht.
Wäre dieser doch recht beachtliche
Baumstamm nicht tatsächlich
zu Fall gekommen,
so hätte man meinen können,
der hier nagende Biber wäre ein wenig
größenwahnsinnig geworden -
und doch! er hat es geschafft!
Dicke knorrige Wurzeln regen hier
die Fantasie an, oder?
Wer hier wohl wohnen mag?
Und, was wäre Mecklenburg ohne Wasser ...
Nur einige Meter weiter,
an den sprudelnden Steinen möchten wir verweilen,
Wellenkringel und Libellen beobachten.
Auf unserem Weg zurück
streifen wir noch eine Waldmeisterwiese -
doch wir lassen sie unangetastet,
denken mal nicht an Bowle oder Sirup,
sondern an folgendes schöne Frühlingsgedicht:
Pfingsten, das liebliche Fest
Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen;
es grünten und blühten Feld und Wald;
auf Hügeln und Höhn, in Büschen
und Hecken
Übten ein fröhliches Lied
die neuermunterten Vögel;
Jede Wiese sprosste von Blumen
in duftenden Gründen,
Festlich heiter glänzte der Himmel
und farbig die Erde.
Johann Wolfgang von Goethe
In diesem Sinne
allen Mitgewanderten ein
schönes Fest!