Montag, 12. Juli 2010

Was tun ?!

Auf Waldes Lichtung
schlagen Feldhasen Haken -
Habicht's Schatten naht.
by apropos


In der Hitze der Nacht konnte ich kein Auge zu bekommen.
Also, was tun?!
Ich habe mich erneut in der Haiku-Dichtung geübt,
denn nur Übung macht den Meister.
Nach strengen Regeln drei Zeilen zu finden,
 die einen ganzen Film im Kopf zum Laufen bringen sollten,
 ist hier die Kunst.
Also, Film ab und viel Vergnügen!

Sonntag, 11. Juli 2010

Eiskalt erwischt

prasselnder Regen,
verdampft auf warmer Erde,
gierig erwartet
(zusammengereimt von apropos)

Juchuu! Wir hatten ihn gerade - den prasselnden Regen! Wurde auch Zeit! Hat mir für heute das eigentlich geplante groß angelegte Gießen erspart, nachdem ich in den letzten Tagen nur ausgesuchten Pflanzen ihre Wasserration gegeben hatte. Erschrocken musste ich feststellen, dass die Vorräte gesammelten Regenwassers rapide abgenommen haben.

Als ich so mein sorgenvolles Gesicht in der nun fast leeren Regentonne sich spiegeln sah, schoss mir ein Bild des Winters in den Kopf, als ich genauso erstaunt in ein solches Fass schaute. Damals hatte sich eine zwei Zentimeter dicke Eisschicht auf der Wasseroberfläche gebildet. Ich nahm vorsichtig die Eisscheibe auf und betrachtete mir wie durch ein Kaleidoskop die Wintersonne.

Eine nun herrlich erfrischende Erinnerung. Und in Anlehnung an meinen Leitsatz für diesen Blog könnte man frei nach Alfred Polgar diesen auch umdrehen in 'Lebenskünstler ist, wer seinen Winter so erlebt, dass er ihn noch im Sommer erfrischt'.

Samstag, 10. Juli 2010

Mehr Wasser


Nachdem ich gestern am zweiten von mir aufgesuchten See (siehe post zuvor) von Mücken zerstochen wurde, wagte ich zum Abend einen dritten Versuch. Schön, wenn man inmitten eines Naturparks wohnt und so einige Seen zur Auswahl und dazu noch vor der Haustür hat ;-)

Und hier war es vortrefflich - ein wunderbar großer See, ein leichtes Lüftchen ging, das Wasser war zum Baden herrlich warm und doch kühl genug, um für die nötige Erfrischung zu sorgen.




Und heute früh führte mich mein Weg zum Ortseingang zur Fischtreppe. Wie bitte? Fischtreppe? Solch eine Treppe dient den Fischen, um stufenweise und springend ein Gefälle zu überwinden, um in ihre Laichgewässer zu kommen. Gegen den Strom zu schwimmen ist ohnehin schon schwierig, erst recht, gegen einen Wasserfall anzukämpfen. Hier hilft die Fischtreppe.



Unaufhörlich tanzten blauflügelige Prachtlibellen über den Wellen als spielten sie Fangen. Nur diese dicke Libelle verweilte für einen Moment, dass ich sie mit der Kamera einfangen konnte.




Dies ist doch ein wunderbares Fleckchen Erde, oder? Und diesmal auch ohne Mücken.

Freitag, 9. Juli 2010

Heiße Schokolade - ganz erfrischend

Sie strich heiße Holunderkonfitüre auf die vorbereiteten Teigböden einer Karamellschichttorte. Die Aromen, blütenleicht und fruchtig die einen, füllig-sinnlich die anderen, mischten sich betörend. Eine Erinnerung an den Frühling würde diese Torte sein. Die Holunderkonfitüre würde den Blütenduft der Fliederdolden ins Gedächtnis rufen und Träume heraufbeschwören, die dem Sehnen wohlig angespannter Körper entsprach. Madelaine fühlte das seichte Nachgeben des Biskuitteigs, seine locker, elastische Konsistenz und bedauerte einen Moment, dass in einigen Stunden Münder mit schlechten Zähnen und lasterhaften Zungen ihn zerkauen würden.

Dieses las ich beim Aufschlagen eines Buches. Es ist ein überraschendes Geschenk der wunderbaren Rosabella. Nichtsahnend fand ich nach der Rückkehr aus vierzehntägigem Urlaub ein Päckchen vor - von ihr. Aber wieso - ich hatte doch gerade erst Geburtstag und wurde da schon auf das Feinste von der Lieben bedacht.


Meine liebe Rosabella, auf's Herzlichste bedanke ich mich für dieses nicht nur thematisch für mich sehr interessante Buch - es ist insgesamt im wahrsten Sinne an"sprechend" - ich mag den Schreibstil sehr.

Beim Querlesen ist mir aufgefallen, dass sich im Buch zum Teil Rezepte verstecken. Nun muss ich wohl wirklich ran an die Schokoladenverarbeitung. Wunderbare Pralinenförmchen habe ich ja auch schon von Dir erhalten. Verzeihe bitte die kurzzeitige Zweckentfremdung: Aber jedem Röschen sein Döschen ;-)



Außerdem ist es für die Schokoladenverarbeitung viel zu heiß.

Apropos Hitze: Was tun, wenn Zehn Uhr schon 30 Grad im Schatten sind.

Ich habe mir heute morgen besagtes Buch und meinen Sohn Adam geschnappt und wir haben unseren morgendlichen Spaziergang zum kleinen Parksee hinterm Haus gemacht. Herrlich ist es hier.












"Wie im Himmel, so auf Erden".
Dieses Foto stammt von einem nur wenige Gehminuten entferntem Waldsee. Um dieses Foto schießen zu können, habe ich mir zehn Stiche eingehandelt. Die Mücken waren wie verrückt. Meinen Sohn haben sie glücklicherweise verschont. Es heißt ja, sie mögen süßes Blut. Naja, kein Wunder, mit dem "Schokoladenmädchen" im Gepäck, habe ich sie wahrscheinlich noch mehr angezogen ...

Mittwoch, 7. Juli 2010

Die Würze der Kürze



Angeregt von Rosabellas Haiku-post wollte ich mich auch einmal in dieser Dichtkunst üben. In der Hoffnung ihr stilistisch gerecht zu werden, habe ich mir meine üppig emporragenden Luftetagenzwiebeln zur "Verarbeitung" vorgenommen - mit diesem Ergebnis:



grün strotzend das Lauch - im Winde Kreise tanzend,
vom Schneck zerbissen

by apropos




Auch wenn es kein "echtes" Haiku sein sollte - so sind es doch wenigstens schöne Untertitel für die Fotos geworden - und Spaß gemacht, sie "zusammenzureimen", hat es allemal.

Freitag, 18. Juni 2010

zarte Enthüllung



Wie Straßenlaternen hingen die kleinen Mohnknospen mit rötlich gesträubtem Haar über dem Blattwerk - als wären sie selbst aufgeregt, dass sie nun bald leuchten dürften. Nicht länger konnte ich mich in Geduld üben. Zu überprüfen galt ihre "Funktionalität".



Also nahm ich mich der haarigen Angelegenheit an, brach die Knospen auf und enthüllte ihre Leuchtkraft. Wie gecrashte Seide entblätterte sich Blütenblatt für Blütenblatt.



Die gefüllten Samenkapseln hatte ich letztes Jahr geerntet. Die Mütter dieser Pflanzen waren allesamt apricot-roséfarben.



Und dieses Jahr reicht die Farbpalette von vielen Rosé-Nuancen bis hin zum Zerfall in die Mischfarben reines Weiss und feldfrisches Mohnrot.



Ihren Knitterlook haben die Blüten behalten - seit einigen Tagen nun schon schwimmen Sie in Kristall. Wer Saatgut haben möchte, einfach Bescheid geben: Ich versuche zum Ende der Blühzeit mir wieder ein paar Körnchen "abzukapseln".

Donnerstag, 10. Juni 2010

Pusteblume


Löwenzahn

Fliegen im Juni auf weißer Bahn
flimmernde Monde vom Löwenzahn,
liegst du versunken im Wiesenschaum,
löschend der Monde flockenden Flaum.

Wenn du sie hauchend im Winde drehst,
Kugel auf Kugel sich weiß zerbläst,
Lampen, die stäubend im Sommer stehn,
wo die Dochte noch wolliger wehn.

Leise segelt das Löwenzahnlicht
über dein weißes Wiesengesicht,
segelt wie eine Wimper blass
in das zottig wogende Gras.

Monde um Monde wehten ins Jahr,
wehten wie Schnee auf Wange und Haar.
Zeitlose Stunde, die mich verließ,
da sich der Löwenzahn weiß zerblies.


Peter Huchel (1903-1981)

Montag, 7. Juni 2010

Mein Rosenwalzer



...bei der Arbeit - ganz von der Rolle und aufgehend in ihr...




...mit Farbe und Musterwalze ...




...bei seiner Fließbandproduktion von aufgehübschtem aufblühendem Rosen-Packpapier.

Danke für Deine Unterstützung, mein Schatz - im "rollierenden Verfahren" habe wir dies gemeinsam gemeistert :-)))

Sonntag, 6. Juni 2010

Verliebt in einen Apfelbaum



Ich liebe alte knorrige Bäume.
Doch einer hat besonders mein Herz erobert.




Dem Alter entsprechend ist er ein wenig träge.
So trägt er erst jetzt seine Blüten.




Und dies tut er ausschließlich. Nicht ein einziges grünes Blatt ist zu sehen. Nur ein Stück Rinde verbindet den hohlen Stamm mit den nährenden Wurzeln.




Übersät mit Blüten so steht er da - wie ein gebrochener alter Mann - als wolle er in Schönheit sterben. Doch wer weiss, vielleicht lebt er ja doch noch weiter -eben von Luft und Liebe.


Der Apfelbaum

In eines Bauers Garten stand
Ein schöner Apfelbaum; doch neigten Hang und Winde
Und Alter ihn zu weit nach linker Hand.
Der Bauer sahs; berief sein Hausgesinde,
Und hielt geheimen Rat. In diesem ward erkannt:
Den Baum mit umgelegten Stricken
Und mit vereinter Kraft ins Gleichgewicht zu rücken.
Man schritt zum Werk, das rasch von Statten ging.
Kein Wunder, zwanzig Ärzte zogen
So derb, daß sie den Stamm noch mehr zur Rechten bogen,
Als er zuvor sich nach der Linken hing.
Zum Teufel! fluchte Kunz, ihr seid so dumm als Pferde,
Der Baum soll aufrecht stehn. Nun schritten klein und groß
Zur zweiten Kur; allein die Wurzeln rissen los
Und krachend fiel der Baum zur Erde.

Gottlieb Konrad Pfeffel (1736-1809)

Samstag, 5. Juni 2010

"Sah ein Knab'..."



Abermals hat sich eine kleine Porzellanpuppe in meinen Garten verirrt - und mit Freude feststellen können, dass nun auch hier endlich die Heckenrosen blühen. Ganz vorsichtig nähert er sich der duftenden Blüte. Und wie fein seine und ihre zarte Zerbrechlichkeit zueinander passen.



Und dennoch ist es ein neugieriger Junge. Ganz interessiert guckt der kleine Knirps auf den glitzernden Rosenkäfer, der gerade genüsslich ein Duftbad nimmt...